Amselle | Bildergeschichten & liebevoll Handgemachtes » Michèle Brunnmeier | Wochenbettfotografie | authentische Familienfotografie | Geburtsfotografie | dokumentarische Fotografie

Rosiges im Marmeladenglas

Wenigstens ein mal in jedem Sommer zieht allerfeinster Rosenduft durch unser Haus – seit vielen Jahren gehört die sommerliche Tradition zu uns, aus den englischen Duftrosen aus unserem  Garten Rosengelee zu kochen. Es ist eine unsagbar feine Kostbarkeit, auf die ich mich immer wieder furchtbar sehr freue, auch wenn uns selbst kaum mehr als ein oder zwei Gläschen dieser Gaumenfreude bleiben…Den größten Teil des kleinen Vorrats stelle ich nämlich  beiseite, damit ich für besonders liebenswerte Menschen ein rosiges Geschenk parat habe.
Es ist leider so, dass man für ein paar wenige Gläschen Rosengelee verhältnismäßig viele Rosenblüten braucht. Mir tut es immer etwas im Herzen weh, wenn ich die schönen Blüten einsammle. Ich liebäugle sie doch so gerne im Garten oder in einer Vase auf dem Tisch. Ein bisschen muss ich mich also jedes mal überwinden, wenn ich mit der Schere in der Hand und dem Weidenkorb in der Armbeuge vor meinen Rosenbüschen stehe…

Na, soll ich euch heute mal mein lilleresliches Rosenblütengelee-Rezept verraten, hm?  Vielleicht habt ihr auch Duftrosen im Garten oder bekommt welche von Freunden oder aus dem Nachbarsgarten.
Ich zaubere meist im Monat Juni Rosengelee, denn dann hat die Rosenblüte ihren Höhepunkt – man hat ihn früher deshalb auch „Rosenmond“ genannt. Aber auch im Juli und August hat man meist Glück, noch ein Körbchen Rosenblüten sammeln zu können

Zutaten:

– ein Körbchen voll (ungespritzte!!!) Duftrosenblüten – nach Möglichkeit mindestens 8, besser ca. 10-12 Blütenköpfe (rosa und/oder rote Rosenblüten ergeben die schönste Rosengelee-Farbe). Die Blüten sollten in der Mittagszeit bei Sonnenschein gesammelt (dann verströmen sie ihren feinsten Duft) und möglichst gleich verarbeitet werden. Ich achte auch immer darauf, dass ich solche Rosen pflücke, die ihre Blütenblätter schon etwas lockern
– 1 Packung (500 g) Gelierzucker 3:1
– 750 ml Wasser + 500 ml milder Birnensaft oder 1250 ml Wasser

Zubereitung:

Schneide den unteren weißen Teil der Rosenblüten bitte ab. Das ist direkt beim Sammeln am einfachsten, solange die Blütenblätter noch beisammen sind. Der weiße Teil der Blütenblätter ist nämlich meist etwas bitter, das würde der Gaumenfreude schaden.
Ich sammle die Rosenblüten immer in einem Weidenkorb, schüttle diesen beim Sammeln immer wieder sachte hin und her, damit kleine Pflanzenteile (Staubgefäße usw.) oder Tierchen herausgesiebt werden. Ohrenzwicker scheinen genauso sehr in Rosenduft verliebt zu sein wie ich, ich finde fast immer eine kleine Schar in meinem Sammelkörbchen. Wenn man den Krabbeltierchen etwas Zeit lässt, spazieren sie ganz von alleine davon (Körbchen öfters schütteln und eine kleine Weile draußen stehen lassen).
Nun wird ein großer/weiter Topf mit der Flüssigkeit gefüllt, die gut gesiebten Rosenblüten zugegeben und sachte umgerührt, bevor der Topf mit seinem Deckel verschlossen wird. Die Flüssigkeit mit den Rosenblüten sollte jetzt zügig erhitzt werden. Sobald es kocht, den Herd ausschalten – den Deckel unbedingt auf dem Topf belassen (sonst verfliegt der leichtflüchtige Rosenduft in Windeseile), von der Kochstelle nehmen und das Ganze ca. 20-30 Minuten ziehen und etwas abkühlen lassen.
Die Rosenblüten abseihen (im Sieb etwas ausdrücken), Flüssigkeit auffangen und in einen sauberen Topf gießen. Es werden insgesamt 1250 ml benötigt (siehe Beschreibung auf der Gelierzucker-Packung) – da durch das Abseihen etwas Flüssigkeit fehlen wird, einfach mit etwas frischem Wasser auffüllen.
Gelierzucker zur abgekühlten Flüssigkeit geben, mit einem Schneebesen verrühren und erneut unter ständigem Rühren aufkochen lassen – ca. 2-3 Minuten köcheln lassen, Rosengelee sofort in sauber ausgespülte Gläser füllen.

Schon während der Zubereitung darf man es keinesfalls versäumen, sich dem sinnlichen Rosenduft hinzugeben- für mich einer der schönsten Düfte. Jeder Atemzug sollte bedingungslos genossen werden – es ist wirklich eine Wonne von rosigen Duftwolken umgeben in der Küche zu stehen und ich bin mir sicher, meine Kinder werden sich später immer an diese Tage erinnern, sobald ihnen Rosenduft um die Nase weht. Gerüche sind imstande, ein Leben lang Erinnerungen wachzurufen… ♥

Du rote Rose, wie lieb’ ich dich!
Nicht bloß ob deiner Schönheit Prangen,
Auch deines Duftes freu’ ich mich;
Und küss’ ich dich, so denke ich
An meiner Kinder rote Wangen.

(Johann Meyer)

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